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Warum verwendest Du so wenig "weißen" Untergrund?

Mädchen-Junge! Naturfarbener Malgrund in der KunsttherapieAuf "weiß" kommen selbstverständlich alle Farben hervorragend zur Geltung. Kinder lieben es, auf weißem Papier zu malen, wir Erwachsenen auch. Oftmals kommt dann während einer Sitzung die enttäuschte Frage: Warum malen wir denn auf braunem Papier? Unser Leben ist leider nicht so blütenweiß und rein, wie in unserer Kindheit. Naturfarbenes bis braunes Papier steht für Alltag, kleine und große Enttäuschungen und sehr oft auch für Melancholie und Traurigkeit. Somit ist viel von der Leuchtkraft unserer persönlichen Farben verloren gegangen, was dann während des "Malens" bewußt wird. Es führt zu der Erkenntnis: wenn die Farben etwas gedeckter sind, so sind sie doch kraftvoll...und wenn dann "weiß", ob als Farbe oder als Untergrund" in's Spiel kommt, dann kommt auch der Aha-Effekt: "weiß" bringt Farben zum leuchten, es lässt atmen, bringt Freiheit, Licht, Luft und Leichtigkeit. Dunkle Farben werden durch die Beimischung von weiß besser verkraftbar... leichter, heller.
Dunkle Farben geben Schutz, machen  vieles fast unsichtbar, zeigen die "dunklen Wolken am Firmament"...
In der "Trauerwandlung" (das Wort Trauerarbeit...es ist harte Arbeit, aber es klingt für mich und meine Aufgabe nicht so passend),
also: in der Trauerwandlung halte ich oft dazu an, den Untergrund in schwarz zu malen, es ist die Basis, auf der wir uns neu finden wollen. Es herrscht in der akuten Trauer wirklich Finsternis um uns herum, bunte Farben werden sehr oft überhaupt nicht verkraftet, sie stehen für das pulsierende Leben.
Grau oder erdbraun, violett, auch blau und grün werden sehr oft in der dunklen Variante für den Untergrund gewählt, wenn eine Trennung vorliegt, ebenfalls bei sich "vollziehender Trauerwandlung", depressiven Verstimmungen und tiefer Abgeschlagenheit oder Ausgebranntsein- wo das Wort schon auf die innerliche Verfassung und Farbsituation hinweist.
Allein schon durch die Wahl des passenden farblichen Untergrundes nutzen wir die Möglichkeit, unsere Empfindungen ausdrücken.
 
"Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, es gibt keine anderen!"
K. Adenauer                                                                                             und Regina
 
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